Mehre weisse Nerzen in einem Stall aus Metallgitter und einem Blechdach

Pelz

Pelz


Jedes Jahr werden rund 100 Millionen Tiere nur wegen ihres Pelzes gezüchtet und getötet. Über 95 Prozent% der weltweit verkauften Pelze stammen von Zuchttieren wie Nerzen, Füchsen, Marderhunden, Kaninchen und Chinchillas. In Pelztierfarmen verbringen die Tiere ihr ganzes Leben in engen winzigen Käfigbatterien und haben keine Möglichkeit, natürliche Verhaltensweisen auszuleben. Die Haltung in kleinen Käfigen führt zu schwerwiegenden Tierschutzproblemen – wie Stereotypien, Selbstverstümmelung und infizierte, eitrige Wunden. Der Schweizer Tierschutz STS wendet sich gegen das Vergessen und Verdrängen der Tierqual, die mit der industriellen Pelzproduktion verbunden ist. Pelz aus artgerechter Haltung gibt es nicht.! Tierfreunde verzichten auf Pelz.

Der Schweizer Tierschutz STS ist Mitglied der Fur Free Alliance (FFA), einem internationalen Zusammenschluss von über 50 führenden Tier- und Umweltschutzorganisationen in 34 Ländern. Sie setzt sich für ein Ende der Zucht und Tötung von Pelztieren ein und repräsentiert Millionen von Unterstützern weltweit. Als Mitglied der FFA ist der STS Repräsentant des Bündnisses in der Schweiz.

mehrere Pelztiere eingesperrt in einem rostigen Käfig

Wildtiere in Käfigen – Tierschutzprobleme

Im Gegensatz zu anderen Zuchttieren handelt es sich bei Pelztieren im Wesentlichen um Wildtiere, die nicht domestiziert worden sind.

Die Zuchtaauswahl der Tiere in Pelztierfarmen konzentriert sich hauptsächlich auf die Fellqualität und nur in sehr geringem Masse auf Zahmheit und Anpassungsfähigkeit an die Umgebung in Gefangenschaft.

Tierschutzprobleme in der Pelzherstellung

Die Einsperrung in winzigen, meist nur 1 Quadratmeternm2 kleinen Käfigbatterien auf Pelztierfarmen hindert die Tiere daran, ihre natürlichen Verhaltensweisen wie Laufen, Graben oder Jagen auszuleben. Der Stress der Käfighaltung und die Angst vor Menschen führen dazu, dass Pelztiere ihr ganzes kurzes Leben lang leiden, physisch und psychisch.

Aus zahlreichen wissenschaftlichen Berichten geht hervor, dass die Pelzproduktion mit schwerwiegenden Gesundheitsproblemen verbunden ist und dass die Tiere auf allen Pelzfarmen körperliche Leiden und Verhaltensanomalien aufweisen:

«…infizierte Wunden, fehlende Gliedmassßen durch Beissßvorfälle, Augeninfektionen, verkrümmte Füssße, Mauldeformationen, Selbstverstümmelung, Kannibalismus von toten Geschwistern oder Nachkommen und andere stressbedingte stereotype Verhaltensweisen»“.

Stereotypes Verhalten als Folge von Stress tritt in allen Pelztierfarmen auf und äussert sich durch das endlose Entlanglaufen an der Käfigwand, wiederholtes Kreisen oder Kopfnicken. Stereotypien sind Ausdruck schlechter Haltungsqualität und zeigen die Überforderung der Tiere.

Ein grausamer Tod von Pelztieren

Um die Pelze zu erhalten, die den Ansprüchen der Modeindustrie erfüllen, werden die Tiere in Pelztierfarmen mit unmenschlichen Methoden getötet, z. B. durch Vergasen oder eingeführte Stromsonden. Immer wieder werden Tiere auch mit Knüppeln totgeschlagen.

Fuchs- und Marderhunde werden in der Regel durch das Maul und den Anus mit Stromschlägen getötet – eine Methode, die dem Tier schwere Schmerzen und Qualen zufügen kann.

Es braucht viele

Für einen einzigen Pelzmantel sterben 30 bis 50 Waschbären oder Marderhunde, 14 Luchse, 40 bis 60 Nerze, zwölf Wölfe, 110 Eichhörnchen oder 130 bis 200 Chinchillas.

hasen eingesperrt in Gittern

Kaninchen im Fokus

In der Pelz- und Wollproduktion, wo Kaninchen ihres Fells wegen gezüchtet, eingesperrt und getötet werden, leiden die «Häschen» millionenfach.

Kaninchen sind ausgesprochen soziale Tiere. Sie nagen und graben gerne, brauchen den Kontakt zu Artgenossen und viel Auslauf mit Rückzugs- und Versteckmöglichkeiten.

Auf der Streckbank

Das Fell der Angorakaninchen wird vor allem wegen seiner wärmenden Eigenschaften geschätzt. Angorawolle stammt aus Massentierhaltung. Die Kaninchen leben in beengter Einzelhaltung in Drahtgitterkäfigen. Vier- bis fünfmal pro Jahr werden sie zur Schur auf einer Art Streckbank fixiert und manchmal werden sie nicht geschoren, sondern gerupft. Die Tiere tragen blutende Wunden davon. China produziert mehr als 90 Prozent der Angorawolle. Vereinzelt wird auch in Europa produziert, in Ungarn und in Frankreich.

Ein Irrtum

Es ist ein weitverbreiteter Irrtum, Kaninchenfell sei «nur ein Nebenprodukt» der Fleischindustrie. Dem ist nicht so. Die besonders flauschigen Rex-Kaninchen werden gezüchtet und getötet, um ausnahmslos aus ihren Pelzen Gewinn zu schlagen.

Was für die Angorakaninchen gilt – Einzelhaltung in Drahtgitterkäfigen, die in etwa der Grösse von zwei Schuhschachteln entsprechen – gilt auch für die meisten Kaninchen in Farmhaltung. Hier wartet nach einem kurzen Leben der Tod durch Genickbruch oder einen Schlag auf den Kopf, bevor den Tieren das Fell über die Ohren gezogen wird. Es dürften jährlich Hunderte Millionen Kaninchen sein, die nur oder auch ihres Pelzes wegen getötet werden.

Etiketten von einem Pelzkleidungsstück

Augen auf beim Kleiderkauf

  • Wolle / Kaschmir / Angora / Merino etc.
  • Daunen
  • Leder / exotische Leder

Pelzdeklaration

In der Schweiz muss Kaninchenpelz gemäss Pelzdeklarationsverordnung gekennzeichnet sein nach Herkunft, Tierart und Gewinnungsart. Und was für jeden Echtpelz gilt, gilt auch für das Fell der Kaninchen: Pelztragen ist und bleibt Gewissensfrage.

Für Herkunft und Produktionsform von Angora, fehlt heute eine Deklarationspflicht, die dem Konsumenten eine Entscheidung zugunsten tierfreundlich produzierter Wolle ermöglichen würde. Ebenso fehlen internationale Standards für als tiergerecht geltende Herstellungsmethoden von Angora, wie das schonendere Auskämmen des Fells. Wer sicher sein will, kein Qualprodukt zu tragen, verzichtet auf Angorawolle.).

Fangen von Wildtieren

Um die Nachfrage der Pelzindustrie zu befriedigen, werden Pelztiere nicht nur unter qualvollen Bedingungen gezüchtet, sondern auch bejagt. Besonders die Fallenjagd ist äusserst brutal. Vor allem in Nordamerika werden Kojoten, Füchse und Rotluchse mit Fangeisen, Schlingen und Schlagfallen gefangen. Die gefangenen Tiere kämpfen oft stunden- oder sogar tagelang um ihr Leben.

Beim Versuch, sich zu befreien, verletzen sie sich zusätzlich, verrenken sich Gliedmassen oder brechen sich diese sogar. Und natürlich können auch andere Tierarten in die Falle gelangen, so verletzen sich unzählige Hunde, Katzen, Hirsche und andere Tiere darin oder werden getötet.

Lösung gegen Pelzprodukte

Der Schweizer Tierschutz STS fordert den Ausstieg aus der Pelzproduktion.
Solange kein Verkaufsverbot für Pelzprodukte erreicht ist, fordern wir eine klare Kennzeichnung von Pelzprodukten hinsichtlich Tierart, Produktionsmethode und Herkunft. Nur so können Konsumenten*Innen sich gegen Tierquälerei entscheiden.

Eine solche Deklarationspflicht besteht bereits (https://www.blv.admin.ch/pelzdeklaration), allerdings bestehen gravierendere Mängel in deren Umsetzung. Diese müssen rasch und gesamtheitlich behoben werden.

Pelzverbot

Gesetze, die das Züchten und Töten von Tieren zur Pelzgewinnung verbieten, werden in Europa immer häufiger. Über 15 europäische Länder haben Gesetze zum Verbot oder zur schrittweisen Einstellung der Pelztierzucht erlassen, darunter das Vereinigte Königreich (2000), die Niederlande (2023), Serbien (2019), die Tschechische Republik (2019), Norwegen (2025) und Belgien (2019). In diesen Ländern wurde dem Tierschutz Vorrang vor den Interessen der Pelzindustrie eingeräumt.

Pelzsituation in der Schweiz

Für 1-2 Füchse zu halten, braucht es gemäss TSchV Anhang 2 Tabelle 1 mindestens ein100Quadratmetergrosses Aussengehege und es müssen Grabgelegenheiten, Schlafboxen, Versteckmöglichkeiten, Trenn und Absperrmöglichkeiten vorhanden sein.

So lässt sich wirtschaftlich keine Zucht betreiben und es existieren deshalb keine Pelzfarmen mehr in der Schweiz.

Tier das in einem sehr kleinem Käfig eingesperrt ist

Pelz-Deklarationspflicht

Seit März 2014 gilt in der Schweiz eine Deklarationspflicht für Echtpelz. Sie verlangt von Schweizer Läden und Onlineshops, dass Tierart, Herkunft und Gewinnungsart, insbesondere Käfighaltung mit Gitterböden sowie Fallenfang, deklariert werden. Seit 2020 muss zusätzlich jeder Artikel gut sichtbar mit „Echtpelz“ beschriftet werden.

Die Deklarationspflicht soll damit Klarheit schaffen, ob es sich um ein tierquälerisches Produkt handelt. Nur so kann jede Person frei entscheiden, ob sie dieses kaufen will oder nicht. Leider werden Pelzartikel oft falsch oder gar nicht deklariert oder die Leute kaufen sie trotzdem – sei es, weil ihnen das Produkt gefällt oder weil sie die Deklaration gar nicht lesen. Zudem ist es seit 2020 erlaubt, „Herkunft unbekannt“ anzugeben. Dadurch können Qualpelze aus China verschleiert werden.

Verzicht auf Pelzkauf

Mit Aufklärung und Sensibilisierung der Bevölkerung wird ein Weg beschritten, um das Bewusstsein für die Tierschutzproblematik zu schaffen und die Leute zum freiwilligen Verzicht auf das Kaufen und Tragen von Echtpelz zu bewegen.

Unsere Flyer und unsere Website zeigen die Tierquälerei hinter der Pelzmode auf.

Achtung vor Pelzbesatz!

Der unnötige Pelzbesatz an Mänteln boomt, mittlerweile werden dafür mehr Tiere getötet, als für ganze Pelzmäntel. Besondern im Trend ist der Pelzbesatz am Kapuzenkragen. Auch hier gilt: Finger weg vom Pelz. Auch Pelzimitate sind nicht problemlos, weil sie die generelle Nachfrage nach solchen Modeerscheinungen mitfördern und die Unterscheidung zwischen Kunst- und Echtpelz den meisten TrägerInnen nicht geläufig ist. 

Ein Person die einen Hut aus Pelz in den Händen hält

«Fur Free Retailer» Programm


Es gibt jede Menge pelzfreie Mode – das «Fur Free Retailer» Programm sagt Ihnen, wo.

Pelzbommel, Fellbesatz an Kapuzen, Krägen, Handschuhen oder Schuhen: Hinter jeder noch so kleinen Pelzapplikation verbirgt sich enormes Tierleid. Der Schweizer Tierschutz STS setzt sich für eine pelzfreie Schweiz ein und ist als Repräsentant des «Fur Free Retailer» Programm in der Schweiz massßgeblich daran beteiligt, grossße Modehäuser und Unternehmen zu einer pelzfreien Zukunft zu bewegen.

Wir helfen Ihnen, garantiert pelzfreie Mode zu finden. Der STS unterstützt das internationale «Fur Free Retailer» Programm. Dieses kennzeichnet Einzelhändler, die sich schriftlich zu einem Pelzverzicht verpflichtet haben – und hilft so, garantiert pelzfreie Mode zu finden. Wer ganz sicher gehen möchte, dass er nicht versehentlich echten Pelz kauft, der findet im «Fur Free Retailer» Program eine Liste sämtlicher Modemarken, die sich bereits klar gegen Pelz in ihren Kollektionen ausgesprochen haben:

Logo fur free retailer

Kontaktieren Sie uns für mehr Informationen:

Sie haben selber ein Modeunternehmen/Label in der Schweiz und möchten sich als garantiert pelzfrei auszeichnen lassen?

sts@tierschutz.com

Für Mode ohne Pelz

Helfen Sie uns, den Tieren zu helfen. Mit Ihrer Spende arbeiten wir hartnäckig auf spürbare Verbesserungen für Tiere in Not hin. Die Fach- und Beratungsstellen des Schweizer Tierschutz STS und seine Sektionen setzen sich wirkungsvoll für das Wohl der Tiere ein. Das versprechen wir Ihnen.

Der STS ist als gemeinnützige Institution anerkannt. Ihre Spende können Sie deshalb in der Steuererklärung als Abzug geltend machen.