Eine weiss hellbraune Kuh an einer Tieraustellungen mit einem Nasenring und Seilen die daran und um die Hörner gebunden sind

Tierausstellungen

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Tierschutz bei Tierausstellungen


Tierausstellungen

An die regionalen, nationalen und internationalen Schweizer Tierausstellungen finden jedes Jahr mehrere hunderttausend Interessierte jeden Alters und aus allen Bevölkerungsgruppen. Hier werden den Besucherinnen und Besuchern verschiedenste heimische, aber auch exotische Heim- und Nutztiere vorgestellt. Die Ausstellungen dauern in der Regel ein bis drei Tage, Publikumsmessen wie etwa die OLMA, LUGA oder BEA hingegen elf Tage. Zählt man die An- und Abreise der Tiere mit, dauern sie häufig sogar noch länger. Nachdem das Ausstellungswesen mit vielen Besucherinnen und Besuchern während der Corona-Pandemie fast völlig zum Erliegen kam, konnten ab dem Jahr 2022 die meisten Tierausstellungen, -märkte und -börsen wieder stattfinden. Der Schweizer Tierschutz STS hat mit seinen Fachleuten die Stallsysteme, Haltungsbedingungen und Umgangsformen mit den ausgestellten Tieren hinsichtlich Tierwohl und Tierschutz im letzten Jahr an neun Veranstaltungen beurteilt.

Die STS-Tierausstellungsrecherche wird seit 2014 jährlich durchgeführt. Viele unserer Beobachtungen und Kritiken wurden von den Tierhalterinnen und -haltern sowie von den Veranstaltungsverantwortlichen wohlwollend aufgenommen und die entsprechenden Anpassungen zur Verbesserung des Tierwohls umgesetzt. Hierzu zählen beispielsweise gut strukturierte und tiergerecht ausgestattete Gruppen- und Laufstallhaltungen von Schweinen, Milch- und Mutterkühen, Pferden und Eseln sowie Ziegen und Schafen. Auch viele Kleintiere wie Kaninchen, Meerschweinchen, Ziervögel und Hühner können immer wieder unter sehr tierfreundlichen Haltungsbedingungen beobachtet und bestaunt werden.

Häufige und aus Tierschutzsicht relevante Kritikpunkte:


Überforderung der Tiere

Viele Tiere scheinen an den Veranstaltungen in ihrer Anpassungsfähigkeit überfordert zu sein. Dies aufgrund der ungewohnten, oftmals eingeschränkten räumlichen Situation, den vielfach fremden Artgenossen, welche sie als neue Nachbarn tolerieren müssen, dem ungewohnten Lärm, den vielen Besucherinnen und Besuchern, welche die Tiere häufig berühren und nicht ungestört fressen lassen.

Da ihnen der nötige Rückzug oftmals verwehrt ist, können sie sich nur nachts ausruhen und entspannen, wenn die Besucherinnen und Besucher fernbleiben. Aber auch dies ist häufig für die betroffenen Tiere problembehaftet, dann nämlich, wenn die Platzverhältnisse knapp sind und der Individualabstand untereinander nicht eingehalten werden kann. Das ist besonders schwierig, wenn die Gruppen neu zusammengesetzt werden und sich die Tiere fremd sind.

Streichelzoos

Herausfordernd für die Ausstellenden und Organisationsverantwortlichen sind auch die Streichelzoos. Der Andrang von Kindern, Eltern, Grosseltern und anderen Betreuungspersonen ist vielfach riesig, und es bräuchte ein konsequentes Management und Durchgreifen der Ausstellenden und natürlich auch die nötigen Platzverhältnisse (für Rückzug und Ruhezonen), um den Besucherstrom so zu regulieren, dass die Tiere mit den vielen Besucherinnen und Besuchern und Streicheleinheiten nicht total überfordert werden.

Grober Umgang

Besonders störend und tierschutzrelevant empfinden wir den immer wieder zu beobachtenden groben Umgang mit den ausgestellten und/oder vorgeführten Tieren.

Extremzüchtung

Enttäuschend sind für uns auch die vielfach kritikresistenten Extremzüchterinnen und -züchter an den Hunde-, Katzen- und Reptilienausstellungen.

Wir bemühen uns, unsere Beobachtungen und Beurteilungen anhand gut bebilderter Berichte 1:1 transparent aufzuzeigen. Dies insbesondere auch, um den Besucherinnen und Besuchern die Unterschiede zwischen guten, tierfreundlichen und schlechten, unzureichenden Tierhaltungsbeispielen deutlich zu machen. Denn leider gibt es auch Ausstellungsverantwortliche und Ausstellende, die in unseren Empfehlungen keinen Nutzen sehen und sich wenig bis gar nicht um ein besseres Tierwohl und den Tierschutz an den Ausstellungen und Veranstaltungen bemühen.

Zudem müssen wir auch immer wieder Verstösse gegen die geltenden Tierschutzbestimmungen feststellen. Deshalb ist der Bericht auch an die kantonalen Vollzugsdienste gerichtet, welche für den Vollzug verantwortlich sind, und soll aufzeigen, wo und bei welchen Ausstellungen es sich genauer hinzuschauen lohnt.

Aus unserer Sicht übernehmen Tierausstellungen bzw. Ausstellende, Züchterinnen und Züchter sowie die Tierhalterinnen und -halter in der Art und Weise, wie sie «ihre» Tiere präsentieren, halten und mit ihnen in der Öffentlichkeit umgehen, eine grosse Verantwortung. Sie sind es, die den Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit geben (könnten), eine vorbildliche Haltung sowie einen würdevollen, tierfreundlichen Umgang mit den ihnen anvertrauten Tieren zu zeigen. Diese Chance wird von vielen Ausstellenden leider verpasst.

Auch den Richterinnen und Richtern kommt eine wichtige Verantwortung an den Ausstellungen zu Teil: sie sind es, die massgeblich daran beteiligt sind, bei der Selektion gesunder Zuchttiere und deren Nachzüchtungen mitzuhelfen und ihr Fachwissen nicht nur auf das äussere Erscheinungsbild, sondern primär auf die Tiergesundheit zu fokussieren.

Berichte Tierausstellungen


  • Markt für Eier, Küken undJungtiere

    Markt für Eier, Küken undJungtiere

    Veranstaltungen wie der Kükenmarkt in St. Triphon könnten dazu beitragen, das wertvolle Wissen von erfahrenen Geflügelhaltern für Neuhalter zugänglich zu machen.

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  • Foire de Chaindon

    Foire de Chaindon

    Die Interventionen des kantonalen Vollzugs und des STS haben wohl dazu beigetragen, dass die Haltungsqualität der Kleintiere am diesjährigen Markt erheblich verbessert wurde, im Vergleich zum letzten Jahr. Hier hat der Veranstalter offensichtlich die nötigen Anpassungen umgesetzt, was erfreulich ist.

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  • Marché-Concours Saignelégier

    Marché-Concours Saignelégier

    Der STS konnte am diesjährigen Anlass einige Verbesserungen im Vergleich zu seinem letzten Besuch im 2022 feststellen. So wurden beispielsweise die Besucherhinweise ergänzt und auffälliger an jedem Stalleingang angebracht.

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  • OFFA

    OFFA

    Die Tierhaltung und die diversen Vorführungen mit Pferden an der OFFA 2023 präsentierten sich mehrheitlich in vorbildlichem Licht. Es gab viele Positivbeispiele zu beobachten und die Reiterinnen und Reiter sowie die Ausstellerinnen und Aussteller zeigten ihre (Reit)Künste und ihre Pferde in sehr professioneller und tierfreundlicher Manier.

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  • Buremärit Münsingen

    Buremärit Münsingen

    Insgesamt waren am diesjährigen Tiermarkt in Münsingen BE Verbesserungen fürs Tierwohl erkennbar. Die Ausstellerinnen und Aussteller haben sich offensichtlich bemüht, auch die Käuferinnen und Käufer über die geltenden Vorschriften zu informieren.

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  • Swiss Wild Life

    Swiss Wild Life

    Die Tierbörse in Dompierre muss in einigen Bereichen verbessert werden. Sei dies im Bereich der Tierhaltung (Rückzugsmöglichkeiten, Klettermöglichkeiten, Präsentation in einzelnen, zugänglichen Behältnissen u. a.) wie auch im Bereich der Beschriftung der Behälter und der Informationspflicht.

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  • OLMA

    OLMA

    Die OLMA ist die grösste und meistbesuchte Publikumsmesse der Ostschweiz. Hunderttausende Besucherinnen und Besucher strömen aus allen Landesteilen herbei, um die landwirtschaftlich und traditionell geprägte Messe im Herbst zu besuchen.

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  • Hundeausstellung Luzern

    Hundeausstellung Luzern

    Eine Hundeausstellung unter freiem Himmel im Grünen mit viel Beschattung abzuhalten, bietet für die Hunde grundsätzlich Vorteile. Spaziergänge in der Umgebung ermöglichen den Hunden Ausgleich zu den anstrengenden Ausstellungstagen.

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  • Katzenausstellung Laufen

    Katzenausstellung Laufen

    Positiv zu bewerten an der Ausstellung in Laufen BL waren die ruhige Atmosphäre und der mehrheitlich gute Umgang mit den Katzen. Die meisten Tiere waren die Ausstellungssituation offensichtlich gewohnt und kamen mit den Umständen entsprechend gut zurecht.

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  • LUGA 2022

    LUGA 2022

    Der Schweizer Tierschutz STS erwartet von Ausstellungen, dass sie nicht nur das Tierwohl berücksichtigen, sondern auch im Hinblick auf die Haltungssysteme eine Vorbildfunktion einnehmen.

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