
STS-Tierschutzstatistik
Tierschutzstatistik 2025: Weniger aufgenommene Tiere, aber keine Entspannung für die Tierheime
Die Tierheime und Auffangstationen der STS-Sektionen haben 2025 weniger Tiere aufgenommen als im Vorjahr. Der Rückgang bedeutet jedoch keine Entwarnung. Viele Tierheime stossen weiterhin an ihre Kapazitätsgrenzen. Zudem bleiben Tiere teilweise deutlich länger in den Einrichtungen, weil sie schwieriger zu vermitteln sind.
Die Tierschutzstatistik 2025 des Schweizer Tierschutz STS zeigt einen leichten Rückgang der aufgenommenen Tiere in den Tierheimen und Auffangstationen von 66 STS-Sektionen. Insgesamt wurden 30’681 Tiere aufgenommen. Das sind knapp 1’400 Tiere beziehungsweise 4,4 Prozent weniger als im Vorjahr (2024: 32’079 Tiere).
Der Rückgang verteilt sich auf mehrere Tierarten. Gleichzeitig wurden bei einzelnen Tierarten wie Fischen und Vögeln mehr Tiere aufgenommen als im Vorjahr. Insgesamt wurden etwas weniger Tiere freiwillig abgegeben oder als Fundtiere in die Tierheime gebracht. Die Zahl der Tiere aus amtlichen Beschlagnahmungen blieb dagegen weitgehend stabil.
Auch regional zeigt sich kein einheitliches Bild. Während einige Tierheime weniger Tiere aufnahmen, verzeichnen andere stabile oder sogar steigende Bestände. Von einem schweizweit einheitlichen Trend kann deshalb nicht gesprochen werden.
Weniger Aufnahmen bedeuten nicht weniger Probleme
Die tieferen Aufnahmezahlen bedeuten nicht automatisch, dass die Situation in den Tierheimen entspannter geworden ist. Viele Organisationen berichten weiterhin von einer hohen Auslastung und einer grossen Nachfrage nach Tierheimplätzen. Die Rückmeldungen betreffen verschiedene Tierarten. Besonders häufig genannt werden Hunde und Katzen, bei denen die Nachfrage nach Plätzen weiterhin hoch ist.
«Die Belastung der Tierheime lässt sich nicht allein an der Zahl der Neuaufnahmen messen», sagt Marco Mettler, Geschäftsführer des Schweizer Tierschutz STS.
Wie viele Tiere eine STS-Sektion aufnehmen kann, hängt nicht nur davon ab, wie viele Tiere Hilfe benötigen. Entscheidend ist auch, ob genügend Platz, Personal und finanzielle Mittel vorhanden sind. Viele STS-Sektionen betreuen und vermitteln Tiere zusätzlich über Pflegefamilien. Dennoch stossen die verfügbaren Kapazitäten vielerorts an ihre Grenzen. Einzelne Tierheime berichten sogar, dass Tiere vorübergehend bei Mitarbeitenden untergebracht werden, weil sämtliche Plätze belegt sind.
Tiere bleiben länger in den Tierheimen
Mehrere Tierheime beobachten, dass Tiere heute länger in den Einrichtungen bleiben. Viele Tiere, insbesondere jene mit besonderen Anforderungen an ihren künftigen Platz, finden nicht so schnell ein passendes Zuhause und belegen die verfügbaren Plätze deshalb über längere Zeit.
Dies zeigt sich auch in der Tierschutzstatistik. Die Zahl der vermittelten Tiere ging gegenüber dem Vorjahr um rund 2300 auf 16’520 Tiere zurück (2024: 18’829 Tiere). Gleichzeitig wurden weniger Tiere an ihre Besitzerinnen und Besitzer zurückgegeben und weniger aufgenommene Wildtiere wieder in die Natur entlassen (2024: 1’677 Tiere, 2025: 1’358 Tiere). Dadurch können trotz hoher Nachfrage weniger neue Tiere aufgenommen werden.
Verantwortung beginnt vor der Anschaffung
Der Schweizer Tierschutz STS appelliert an alle Tierhalterinnen und Tierhalter, sich vor der Anschaffung eines Tieres sorgfältig über dessen Bedürfnisse und die damit verbundene Verantwortung zu informieren. Wenn eine Tierhaltung nicht mehr möglich ist, sollten Tiere an seriöse Tierheime und Auffangstationen übergeben werden. Diese verfügen über die nötige Erfahrung, um Tiere fachgerecht zu betreuen und geeignete neue Plätze zu finden.
Auffallende Zahlen
Verzichttiere weiterhin wichtigste Kategorie
- 24’791 Verzichttiere wurden 2025 aufgenommen.
- Damit beruhten rund vier von fünf Aufnahmen auf freiwillig abgegebene Tiere.
- Die Zahl liegt leicht unter dem Vorjahreswert (25’403 Tiere).
Fische dominieren die Statistik erneut
- Mit 18’904 Tieren bleiben Fische wie im Vorjahr die mit Abstand grösste Tiergruppe bei den Aufnahmen. Sie werden oft in grösserer Anzahl abgegeben.
- Ein Grossteil der Fische (18’686) sind Verzichttiere.
Tiere bleiben länger in den Tierheimen
- 16’520 Tiere konnten vermittelt werden.
- Das sind 2’309 Tiere weniger als im Vorjahr.
- Auch die Zahl der an Besitzerinnen und Besitzer zurückgegebenen oder in die Natur entlassenen Tiere sank.






Tierschutzstatistik 2024
Erneuter Anstieg bei aufgenommenen Tieren in Tierheimen und Auffangstationen im letzten Jahr – Hohe Zahl der Verzichttiere ist alarmierend
Die Tierschutzstatistik 2024 des Schweizer Tierschutz STS zeigt eine Zunahme der aufgenommenen Tiere in den Tierheimen und Auffangstationen von 66 STS-Sektionen. Insgesamt wurden 32 079 Tiere aufgenommen – ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 572 Tiere (2023: 31 507 Tiere). Damit ist der Trend ungebrochen und bringt Tierheime vielerorts ans Limit.
Fische weiterhin Spitzenreiter bei Verzichttieren
Mit 18 605 aufgenommenen Fischen – fast ausschliesslich Verzichttiere – bleibt diese Tierart an der Spitze der Statistik, wenn auch stabil (2023: 18 614 Fische).
Besonders auffällig ist die Zunahme in allen Kategorien:
- Verzichttiere (freiwillige Abgabe): 25 403 Tiere (+306 gegenüber 2023)
- Findeltiere: 5449 Tiere (+212 gegenüber 2023)
- Tiere aus amtlichen Beschlagnahmungen: 1234 Tiere (+61 gegenüber 2023)
Die Zahl der vermittelten Tiere stieg markant auf 18 829 (+2716 gegenüber 2023), was ein bemerkenswertes Engagement der STS-Sektionen belegt. Die Zahl der zurückgegebenen Tiere an ihre Besitzer liegt bei 1677, etwas weniger als im Vorjahr (2023: 1839).
Zunahme bei Katzen, Nagern und Schildkröten
- Katzen: 7963 aufgenommen (+357 gegenüber 2023)
- Hunde: 1826 aufgenommen (-12 gegenüber 2023)
- Nager und Kaninchen: 2047 aufgenommen (+219 gegenüber 2023)
- Exoten: 185 aufgenommen (+17 gegen über 2023)
- Schildkröten: 634 aufgenommen (+41 gegenüber 2023)
- Vögel: 806 aufgenommen (-28 gegenüber 2023)
- Pferde und Pferdeartige: 13 aufgenommen (-13 gegenüber 2023)
Auffallende Zahlen
- Es wurden mit 1009 Verzichtstieren deutlich mehr Hunde abgegeben (2023: 865).
- Katzen aus Beschlagnahmungen haben sich mit 501 Tieren deutlich erhöht (2023: 284)
- Katzen (50%) und Hunde (31%) verzeichnen hohe Anteile an Findeltieren – mutmasslich Tiere, die ausgesetzt wurden oder niemandem gehörten.
- Mit 118 Tieren konnten mehr Exoten vermittelt werden (2023: 97).
«Keine gute Entwicklung»
«Der deutliche Anstieg der Tierzahlen ist keine gute Entwicklung», sagt Marco Mettler, Geschäftsführer des Schweizer Tierschutz STS. «Die Tierheime und Auffangstationen der STS-Sektionen arbeiten zunehmend am Limit. Sie springen dort ein, wo der Mensch leider allzu oft versagt, wie die anhaltend hohe Zahl an Verzichtstieren deutlich macht.»
STS fordert nachhaltige Tierhaltung
Der STS appelliert an alle Tierhalterinnen und Tierhalter, sich vor der Anschaffung eines Tieres umfassend zu informieren. Und bei einer Abgabe, die sich nicht vermeiden lässt, den Weg über seriöse Tierheime und Auffangstationen zu wählen.
Heimtier anschaffen – die wichtigsten Fragen:
Wer sich überlegt, ein oder mehrere Tiere als Mitbewohner und Begleiter aufzunehmen, sollte sich zuvor über wichtige Fragen im Klaren werden. Das hilft, den eigenen Tierwunsch kritisch zu überdenken, gewissenhaft anzugehen und dem Tierwohl Rechnung zu tragen:
Woher sollen die Tiere kommen? Vor allem der skrupellose Handel mit Hunden und Katzen, insbesondere Hundewelpen von dubiosen Internet-Plattformen, boomt in der Schweiz wie nie zuvor.
- Warum will ich überhaupt Heimtiere? Was steckt hinter dem Tierwunsch?
- Verfüge ich über die nötigen Kenntnisse der Bedürfnisse der gewünschten Tierart?
- Kann ich den artspezifischen Bedürfnissen des Tieres gerecht werden, während der gesamten Lebensdauer
- Habe ich genügend Zeit für das Tier?
- Habe ich genügend Platz für die Haltung der Tiere, so dass sie ihre natürlichen Bedürfnisse erfüllen und ihr artgemässes Verhalten ausleben können?
- Sind alle Familienmitglieder, aber auch die Verwaltung/die Hausbesitzer, mit der Tierhaltung einverstanden? Hat niemand Allergien gegen Tiere und/oder Einstreu?
- Habe ich genügend finanzielle Mittel für die Anschaffung, die Pflege und für allfällige Tierarztkosten der Tiere?
- Habe ich einen guten Platz oder eine andere Betreuungsvariante für die Tiere während der Ferien?






Tierschutzstatistik 2023
Immer mehr Fische werden abgegeben –
allgemein leicht weniger Tiere vermittelt
Im Jahr 2023 wurden über 31 500 Tiere in Tierheimen und Auffangstationen aufgenommen, die den Sektionen des Schweizer Tierschutz STS angeschlossen sind. Insbesondere die Anzahl Fische ist mit rund 18 600 Tieren stark angestiegen1. Mit rund 16 100 ist die Anzahl vermittelter Tiere gegenüber dem Vorjahr leicht zurückgegangen.
Bis auf wenige Ausnahmen handelt es sich bei den Fischen ausnahmslos um Verzichttiere, d.h. um Tiere, auf deren Haltung freiwillig verzichtet wurde. «Diese deutliche Steigerung bei den Fischen ist besorgniserregend, auch wenn es immer wieder jährliche Schwankungen gegeben hat», sagt Julika Fitzi-Rathgen, Leiterin Tierschutz beim STS. «Die Entscheidung, ein Tier anzuschaffen, sollte immer gut durchdacht und vorbereitet sein.»
Im vergangenen Jahr konnten insgesamt 16 113 Tiere aus den Tierheimen und Auffangstationen der STS-Sektionen an neue Halterinnen und Halter vermittelt werden, leicht weniger als im Jahr 2022 mit 16 556 vermittelten Tieren. Julika Fitzi-Rathgen vom STS: «Wünschenswert wäre eine deutliche Steigerung an Tieren, die ein neues Zuhause finden. Tiere aus Heimen und Auffangstationen sind aus Tierschutzsicht jenen von unseriösen Online-Anbietern oder anderen dubiosen Herkunftsorten immer vorzuziehen.» Um möglichst sicherzustellen, dass die vermittelten Tiere artgerecht gehalten werden, wenden die Tierheime klar definierte Vergabeprozesse für die neuen Halterinnen und Halter sowie den neuen Lebensraum an.
Die Übersicht
Die STS-Tierschutzstatistik 2023 gibt einen Überblick über die Anzahl Tiere, die in den Tierheimen und Auffangstationen von 66 STS-Sektionen in der ganzen Schweiz aufgenommen wurden.
- Im Jahr 2023 waren dies insgesamt 31 507 Tiere (2022: 27 824).
- Davon waren 25 097 Verzichttiere (2022: 21 655).
- 5237 waren Findeltiere – Tiere, die von Dritten aufgefunden wurden (2022: 5145).
- 1173 Tiere stammten aus amtlichen Beschlagnahmungen (2022: 1026).
Rücknahme und Todesfälle
3468 Tiere starben oder mussten aus tierärztlichen Gründen euthanasiert werden (2022: 1950). 1839 Tiere wurden von ihren Halterinnen und Haltern zurückgenommen (2022: 1701).
Die Details
- Fische wurden letztes Jahr 18 614 aufgenommen (2022: 14 792), wovon 18 344 Verzichttiere waren (2022: 14 636). 7539 Tiere konnten vermittelt werden (2022: 7644).
- Katzen wurden letztes Jahr total 7606 aufgenommen (2022: 7138). Mit 3584 Katzen ist die Anzahl Verzichttiere gestiegen (2022: 3256).
- Hunde wurden letztes Jahr total 1838 aufgenommen (2022: 2041). Davon konnten 999 Hunde an neue Plätze vermittelt und 596 Tiere zurück an die Besitzer gegeben werden.
- Nagetiere wie Mäuse, Ratten, Hamster, Meerschweinchen sowie Kaninchen wurden letztes Jahr total 1828 aufgenommen (2022: 2061).
- Zurückgegangen ist mit total 168 die Zahl der Exoten, hauptsächlich Reptilien, die letztes Jahr von den STS-Tierheimen und spezialisierten Auffangstationen aufgenommen werden mussten (2022: 313).
- Auch die Anzahl abgegebener Schildkröten ging zurück: 2023 waren es total 593 (2022: 804).
- Weitere Tierarten, die letztes Jahr aufgenommen wurden, sind:
- 834 Vögel (2022: 588)
- sowie 26 Pferde und Pferdeartige (2022: 42).
- Die jährliche Tierschutzstatistik des STS enthält erstmals die Anzahl Fische, um dieses stark wachsende Segment integriert abbilden zu können. Fische wurden bereits in den Vorjahren erhoben, aber aus statistischen Gründen separat ausgewiesen. Der Grossteil der Fische stammt von der Auffangstation AquaLuz in Oftringen, die der STS-Sektion «Verband Schweizer Fisch- und Reptilienauffangstationen VSFR» angeschlossen ist. ↩︎





