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Herbstsession 2026: Diese Tierschutz-Themen stehen im Parlament an

Am 14. September beginnt die Herbstsession der eidgenössischen Räte. Aus Sicht des Schweizer Tierschutz STS stehen mehrere tierschutzrelevante Geschäfte auf der Traktandenliste. Besonders wichtig sind die Beratungen zur Stopfleber- und zur Pelz-Initiative. Daneben beschäftigen sich National- und Ständerat unter anderem mit Streunerkatzen, dem Wolf sowie Massnahmen zur Tierseuchenbekämpfung.


Stopfleber: Keine weiteren Abschwächungen

Der Ständerat berät erneut den indirekten Gegenvorschlag zur Stopfleber-Initiative. Dieser sieht eine Deklarationspflicht für importierte Stopfleber vor. Falls diese nicht die gewünschte Wirkung erzielt, sollen weitere Massnahmen möglich sein. Umstritten ist, welche Massnahmen dies sein sollen. Der Nationalrat will in diesem Fall wirksame Importbeschränkungen ermöglichen. Der Ständerat möchte hingegen zusätzliche tierwohlbezogene Auflagen vorsehen. Der STS unterstützt die Linie des Nationalrats. Stopfleber wird durch Zwangsfütterung hergestellt. Eine Praxis, die in der Schweiz seit über 40 Jahren verboten ist. Aus Sicht des STS können zusätzliche Auflagen diese Produktionsmethode nicht tiergerecht machen. Langfristig bleibt ein Importverbot die konsequenteste Lösung.

Pelz-Initiative: Unabhängige Kontrolle statt Industriezertifikate

Auch beim indirekten Gegenvorschlag zur Pelz-Initiative bestehen noch Differenzen zwischen National- und Ständerat. Der STS unterstützt ein staatlich geregeltes Zertifizierungssystem. Aus Sicht des STS darf die Beurteilung, welche Produktionsmethoden als tierquälerisch gelten, nicht von Zertifizierungen abhängig sein, die von der Pelzindustrie selbst beeinflusst werden können. Nur unabhängige und überprüfbare Kriterien schaffen Glaubwürdigkeit und Vertrauen.

Streunerkatzen: Kastration statt Tierleid

Im Nationalrat wird eine Motion behandelt, welche die unkontrollierte Vermehrung von Streunerkatzen eindämmen soll. Der STS unterstützt den Vorstoss. In der Schweiz leben nach Schätzungen hunderttausend verwilderte oder herrenlose Katzen. Viele Tiere leiden an Krankheiten, Verletzungen oder mangelnder Versorgung. Der STS engagiert sich seit Jahren für die Kastration von Streunerkatzen. Kastrationen sind aus Sicht des STS die wirksamste und tierschutzgerechteste Methode, um die Population langfristig zu reduzieren und weiteres Tierleid zu verhindern.

Wolf: Keine Abschüsse nach starren Bestandszahlen

Ebenfalls auf der Traktandenliste steht eine Motion, die Abschüsse ermöglichen will, sobald die Wolfspopulation eine definierte Höchstzahl überschreitet. Der STS lehnt diesen Ansatz ab. Der Umgang mit dem Wolf darf sich nicht an starren Bestandszahlen orientieren, sondern muss sich an konkreten Situationen vor Ort ausrichten. Aus Sicht des STS haben wirksamer Herdenschutz, Präventionsmassnahmen und die gezielte Beurteilung einzelner Konfliktfälle Vorrang vor automatischen Abschussmechanismen.

Tierseuchen: Schneller handeln im Ernstfall

Der Ständerat behandelt zudem die Revision des Tierseuchengesetzes. Damit sollen Behörden in ausserordentlichen Seuchenlagen schneller auf geeignete Impfstoffe zurückgreifen können. Der STS begrüsst die Vorlage. Rasches Handeln kann helfen, Tierseuchen frühzeitig einzudämmen und schwerwiegende Folgen für Nutz-, Heim- und Wildtiere zu verhindern. Impfungen können zudem dazu beitragen, einschneidende Massnahmen und unnötiges Tierleid zu vermeiden.

Der STS wird die Beratungen eng begleiten und sich für wirksame Massnahmen zum Schutz der Tiere einsetzen. Die Herbstsession bietet erneut eine Chance, in mehreren zentralen Tierschutzthemen wichtige Fortschritte zu erzielen.

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